Die Richelieu-Stickerei

Die Richelieu-Stickerei ist eine Lochstickerei, in der die einzelnen Musterelemente durch Verbindungsstiche miteinander verbunden werden. Zwischen den Motiven verlaufen Stege. Diese Stickerei entstand im  XIV. Jahrhundert in der Renaissancezeit in Italien.  Dann wurde sie in Mittel- und Westeuropa bekannt. Im XV.-ХVII. Jahrhundert interessierten sich die Frauen aus mehreren Ländern für diese Stickerei.  


Die Frauen übergaben die Muster der Stickerei Richelieu von Hand zu Hand. Auf solche Weise entwickelten sich die Motive. Jede Meisterin trug etwas Eigenes dazu bei. Sie hatte ihre Tricks. Die Französinnen und Italienerinnen waren darin besonders erfolgreich.

Die Ausschnittstickerei kann mit Stegen oder ohne Stege sein. Man kann von Hand oder mit einer Maschine sticken. Aber in den beiden Fällen nimmt diese Form der Weißstickerei viel Zeit und Mühe in Anspruch. Man braucht spezielle Fertigkeiten, um das hohe Ergebnis zu erreichen,  das einen beeindruckt.


Wer ist Kardinal Richelieu? 


Sein Name ist legendenumwoben… In der Tat war er eine prominente Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, der erste Minister am Hof des französischen Königs  Ludwig XIV. 

Die Spitze wurde in Europa sehr beliebt und war ein Verkaufsschlager. Die besten Spitzenwerke lagen in Italien, wo die schönste Spitze gefertigt wurde.  Durch italienische Städte verlaufen mehrere Handelswege. Man lieferte die Waren aus allen Winkeln der Erde, auch aus dem Osten. 

Kardinal Richelieu war ein französischer Patriot und sorgte für die Entwicklung seines Landes. Er führte hohe Importzölle, auch für Spitzenerzeugnisse ein.


Er lud die besten Spitzenmeisterinnen aus Italien ein und bot ihnen gute Aufenthaltsbedingungen an, damit sie die Französinnen das Sticken lehrten. Die französischen Frauen stickten sehr gut, weil die Frauen aus den beiden Ländern Erfahrungen schon lange austauschten. Die Französinnen machten sich mit der italienischen Technik bekannt und entwickelten sie weiter. Ihre Spitzenerzeugnisse zeichneten sich durch eine besondere nationale Note aus. 


Bald nahm Frankreich eine führende Rolle in der Fertigung von Spitze und in der Ausschnittstickerei ein. Kardinal Richelieu, wie viele andere Gewaltiger aus dieser Zeit trug einen modischen Spitzenkragen, Spitzenmanschetten und  Spitzenhandschuhe. Man sagt, er selbst stickte gern und ziemlich gut. Es gibt mehrere Gerüchte, aber es ist klar, dass Kardinal Richelieu mit der Stickerei irgendwie verbunden wurde.

Die Ausschnittstickerei wird bis heute hoch geschätzt. Ihre Motive sehen schön und edel aus. In der letzten Zeit interessieren sich mehrere Designer für die Looks mit einer Stickerei, besonders Stickerei im Namen von Richelieu.

Diese Stickerei ist für weiße Bett- oder Tischwäsche, sowie für die Kleidung gut  geeignet. Sie schmückt Anzüge, Kleider, Kragen, Manschetten und andere Kleidungselemente.  

Man kann jeden Stoff sticken, aber wenn Sie einen guten Anfang machen wollen, nehmen Sie einen dichten Stoff, um die Verbindungsfäden besser zu sehen. Die Farben des Stoffes und der Fäden können miteinander übereinstimmen oder kontrastieren. Die Fadendicke hängt von der Dichtheit des Stoffes ab. 


Stickereiwerkzeuge: was braucht man, um zu sticken 


Das Sticken ist einfach, wenn Sie eine Stickmaschine haben. Sie brauchen keine teuren Werkzeuge, um einen guten Anfang zu machen. Für die Richelieu-Ausschnittstickerei ist die Maschine geeignet, die Zick-Zack-Stiche machen kann. 

Aber nicht alle Muster kann man mit Zick-Zack-Stichen sticken. Wählen Sie einfache Varianten aus, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen. Um einen Richelieu-Muster mit einer Stickmaschine oder von Hand zu sticken, soll man die Technik der Plattstickerei beherrschen. Das ist eine einfache Technik, die aus den Geradstichen besteht.

Für die Handstickerei braucht man Stickrahmen, Nadeln, gebogene Scheren und ein Stück Stoff mit dem Muster. Wie ein Muster aufzutragen, erzählen wir später. Die Muster der Richelieustickerei  und die Fotos der fertigen Erzeugnisse finden Sie auf den Webseiten für Kunsthandwerkerinnen.

Sie brauchen die Scheren mit scharfen Rändern, damit sie gut einen Stoff beim ersten Mal schneiden können. Man kann auch eine wasserlösliche Folie verwenden, die das Muster mit einem traditionellen Kugelschreiber auftragen lässt.