Rund um die Welt: Irisches Leinen

“Ich will in Irischem Leinen begraben werden.”

Der Heilige Patrick, Leiter der Irischen neutestamentlichen Kirche, Schutzpatron Irlands.


Noch vor unserer Zeitrechnung kam Flachs nach Europe, wo es mit seinem Anbauen angefangen wurde. 

Mit der Zeit wurde Irland zum Zentrum für Leinenherstellung. Bis heute ist Irisches Leinen weltweit beliebt.

Geschichte: wie machte Leinen die Smaragdinsel bekannt 


Die Leinenherstellung und die Entwicklung der Textilindustrie nahmen in Anspruch das ganze Mittelalter. 

Am Ende des 17. Jahrhunderts tragen Huguenots, die früher aus Frankreich nach Irland geflüchtet hatten, ihre Kenntnisse und Ideen zur schon gut entwickelten  Textilindustrie Irlands bei. Irisches Leinen wurde in ganz Europa bekannt und berühmt. 

Die Industrieobjekte lagen vor allem im Norden Irlands, im Gebiet zwischen zwei großen Flüssen Bann und Lagan. Heute wird dieser Ort auch als Leinen-Länder (the Linen Homelands) bezeichnet. 

Die Leinenindustrie spielte eine große Rolle in der industriellen Revolution im Norden Irlands. Stadt Belfast, um die die Herstellung konzentriert wurde, wurde als Leinen-Pol (linenopolis) bezeichnet.

Linenopolis

In den 18.-19. Jahrhunderten erlebte Irland einen Aufschwung der Leinenherstellung. 

Unter den reichen Europäern wurden die irischen Leinenanzüge am Ende des 19. Jahrhunderts – in den 1930er Jahren besonders beliebt. Gerade in dieser Zeit entwickelte sich die Herstellung der klassischen Herrenkleidung rasch. Die zweireihigen Anzüge wurden gefragt und begeisterten auf den ersten Blick. Ein heller Leinenanzug symbolisierte Erfolg und Respektabilität. Diese Kleidung wurde von reichen Leuten gekauft.

Noch Hardy Amies, ein englischer  Modelleur, Gründer der Marke Hardy Amies und ein etablierter  Schneidermeister der Königin Elisaveta  II schrieb: "... das beste Leinen wird natürlich in Irland produziert ".

Hardy Amies

Das weitere Schicksal irischen Leinens


Im 20. Jahrhundert erlebte die Leinenherstellung in Irland einen Untergang. Vor hundert Jahren arbeiteten über 70 Tausend Menschen in dieser Branche, aber am Ende des XX. Jahrhunderts wurde diese Zahl auf 4 Tausend reduziert. 

Im 20. Jahrhundert spielte Leinen eine große Rolle in zwei Weltkriegen. Seile, Netze, Kleidung für Seemänner, Segeltücher, Zelle und Libellenflügel wurden aus Leinen gefertigt. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Leinen durch synthetische Faser bei der Herstellung dieser Produkte ersetzt.

In den 60er-70er Jahren stehen die industriell hergestellten Fasern im Fokus. Nylon und Polyester, sowie neue Fasern wie Mikrofaser konnten Leinen vom Markt nicht verdrängen. Leinentextilien und Leinenkleidung wird heute auch sehr beliebt. 

Die neue Zeit bringt neue Ideen. Es wird erfolgreich experimentiert. Leinenfaser wird mit einer  synthetischen Faser wie Tencel oder  Lycra gemischt. Die modernen Stoffe besitzen bessere Eigenschaften, halten gut Farben und sind mehr gefragt. 


Aber die Iren sind bis jetzt auf ihrem Leinen stolz und versuchen ihre Erfahrung auf diesem Gebiet nicht zu verlieren.