Leinen Geschichte

„Wer Flachs sät, der erntet Gold“ lautet das Sprichwort aus alten Zeiten. Diese Worte sind wahr. Leinen war immer gefragt. Seine Schönheit, Langlebigkeit und Hautfreundlichkeit  machten es zu einem der besten Stoffe in der Welt. Wir verwenden Textilien aus Leinen täglich, aber was kennen wir über die Leinen-Geschichte?


Herkunft von Leinen


Vor neun Tausend Jahren entdeckten die Leute Flachs. Einmal sahen sie nach dem Aufweichen, dass die Flachsstängel wertvolle Fasern besitzen. Der Weg vom Flachs zum Leinen wurde klar. Aus den robusten Fasern wurden Seile, Fäden und Fischnetze gefertigt. Später konnten die Einwohner aus dem Alten Ägypten und Persien die Leinenstoffe machen. An den Pharaonengräbern kann man die Zeichnungen bisher sehen, die der Flachsernte gewidmet wurden. Die Herstellung von Leinen war eine feine Sache. Daraus nähte man die Kleidung für Könige und Edelleute. In Leinen wurden die ägyptischen Königsmumien gewickelt. Dieser Stoff ersetzte Geld.  Die ägyptischen Meister kannte ein besonderes Geheimnis der Leinenherstellung, weil der Stoff sehr dünn, leicht und hautfreundlich war.  Unsere slawischen Ahnen baute Flachs auch an und fertigten daraus den Leinenstoff, worüber bildlich die alten Chroniken erzählen.

Maler Sytschkow

Flachs und Leinen im Mittelalter


Im Mittelalter war die Leinen-Herstellung in den meisten europäischen Ländern bekannt.  Aber die besten Produkte aus Leinen fertigte man in Italien, Frankreich, Spanien und England. Aus diesem Stoff nähte man nicht nur Kleidung und Haustextilien, sondern auch Schiffsegel. Flachs war in Russland besonders beliebt. Und es ist kein Zufall. In jedem Bauernhaus konnte man Webstühle sehen. Die Verwendung von Leinen war auch mit dem Schaffen in Klöstern verbunden. Die Männer arbeiteten auf dem Feld, rissen die Erde auf und säten Flachs. Die Frauen brachten die Ernte ein, kämmten es mit Holzkämmen, weichten es in den Seen auf, trockneten seine Stängel auf den Wiesen und kämmten wieder. Man verkaufte Leinen, um Geld zu verdienen. Man verwendete den Stoff im Haushalt. 

Aus der dünnen Leinwand nähte man die Kleidung und Bettwäsche. Man webte daraus Spitzen. Der grobe Stoff war für die Fertigung von Oberbekleidung, Kriegszelten und Fahnen geeignet.

Im Jahre 1715 verabschiedete Peter der Große den Erlass über die Entwicklung der Leinenindustrie „zum allgemeinen Nutzen“.


Leinenstoff-Herstellung heute


Derzeit baut man Flachs in Russland, in den USA, in der Türkei, in Europa, Argentinien und in den anderen Ländern an. Die Herstellung Leinen ist vollständig mechanisiert. Die Flachsernte-, Knick- und Schlagmaschinen ersetzten die menschlichen Hände erfolgreich.

Der beste Flachs wächst in Irland und in mehreren Regionen in Frankreich. Auch der Stoff aus Italien ist sehr hochwertig. Leinen aus Asien gilt als geringwertig. Der Stoff ist grob und nicht langlebig.  Die Führer im Bereich der Leinenindustrie sind Kanada, China, Russland und Indien. 

Zurzeit verwendet man Leinen nicht nur in der Textilindustrie, sondern auch in der Medizin, in der Zellstoff- und Papierindustrie, in der Chemie-, Auto- und Kriegsindustrie.


Leinen erlebt einen Aufschwung, denn alles Natürliche ist heute Mode. Viele Leute sorgen heute für ihre Gesundheit und verwenden umweltfreundliche Sachen. Man gewöhnt sich ans Gute schnell. Probieren Sie Leinentextilien aus! Sie entdecken den Unterschied von anderen Stoffen sofort. Flachs / Leinen ist etwas Besonderes!