Wie erweicht man Leinen? Garment dye, stone wash und enzyme wash – was ist das?

Garment dye oder Stückfärbung


Garment dye bedeutet die Färbung der Textilien nach der Konfektion. Der im Voraus gefärbte Stoff besitzt eine typische Regelmäßigkeit in der Färbung. Die Textilien aus diesem Stoff sind einfarbig, alle ihre Elemente haben eine Farbe. Die Textilien, die nach der Konfektion gefärbt worden sind, sehen ganz anders aus.  Sie haben eine andere Struktur, wirken angenehm im Griff, die Nähte sind nicht gefärbt oder nicht regelmäßig gefärbt. Aber die Nachteile dieser Technik führen zum Garment-dye-Effekt, der die Textilien gemütlicher und schöner, als die Textilien aus dem im Voraus  gefärbten Stoff macht.


Dieses Verfahren lässt den Designern verschiedene Lösungen verwirklichen. Garment dye spart Geld. Wenn der Hersteller gebleichtes oder nicht gebleichtes Leinen kauft, kann er die Textilien abhängig von der Mode und Wünschen der Kunden weiter färben. Der Wechsel der Kollektion fordert keinen Kauf derselben Stoffe in neuen Farben. Dabei findet der Hersteller im Angebot der Stofflieferanten keine Farben, die durch Garment-Dye-Technik entstehen. 


Das Färbeverfahren nach der Konfektion unterscheidet sich von der Färbung von Leinen-Meterware fast nicht. Die Wahl des Farbmittels hängt von der Zusammensetzung des zu färbenden Stoffes ab. Man kann Direkt-, Reaktiv-, Küpen- oder Säurefarbstoff verwenden. Jeder Farbstoff entspricht dem alkalischen oder sauren Medium.


Man gibt die entsprechende Lösung in die Farbwanne hinzu und schafft das gewünschte Medium dadurch. Der Stoff wird mit der weiteren Fixierung des Farbstoffes gefärbt. Danach werden die Textilien gewaschen, um Farbüberschüsse zu entfernen. Das Verfahren beendet mit dem Trocknen. Hier lassen die natürlichen Stoffe fast immer nach. Je mehr Naturfasern der Stoff enthält, desto mehr lässt der Stoff nach (für Leinen 12-15%). Es ist wichtig, den Stoff vor der Färbung auf Farbstoffaufnahme und Schrumpfeigenschaften zu prüfen.  Manchmal soll man nach der Färbung den Stoff teilweise zu bleichen. Diese Technik lässt Kontrastfarben zu erhalten.


Wir empfehlen Ihnen, sich diese interessanten Videos anzuschauen, die in der Färberei Stone Island gemacht worden sind:


Stone wash und Leinenerweichung 


Erweichtes Leinen ist heute besonders beliebt. Daraus werden die Bettwäsche und Hauskleidung (Morgenmäntel, Kimonos, Hausröcke) genäht. Immer wieder erhalten wir die Fragen, wodurch Leinen erweicht wird. Es gibt zwei Techniken, um Leinen zu erweichen. Die erste Technik wird als „stone wash“ oder  das Waschen mit Steinen bezeichnet. Sie hat mehrere Nachteile. Man soll Steinen in gewaschenen und getrockneten Kleiderstücken und Textilien nach dem Waschen sorgfältig suchen und sie daraus entfernen. Die Steinteile sind zu grob und beeinträchtigen die Stoffstruktur. Leinen wird nach dem Waschen etwas abgenutzt. Zur zweiten Technik gehört das „Kochen“ mit einem Weichmacher. Seine Hauptbestandteile sind Enzymen.  Diese Technik zerstört auch die Faserstruktur, aber nicht so aggressiv wie die erste. Nach Enzyme-Wash und Stone-Wash wird Leinen samtweich. Der Stoff verliert Glanz und wirkt sehr angenehm im Griff. Aber der Leinenstoff wird nach dem Waschen mit Steinen nicht so robust und nicht so langlebig wie bisher. Die Stonewash-Technik wird beim Waschen der fertigen Kleidungsstücke angewandt, um Stone-Washed-Effekt und zwar einen gebrauchten Look  zu erhalten. Die Kleidungsstücke sehen dadurch älter aus. 


Die Textilien werden nicht nur mit Steinen gewaschen, sondern auch  teilweise geblichen. Die Nähte können geschliffen werden. Es ist möglich, Wasserfarben aufzutragen. 


Nach der Anwendung der Stone-Wash- и Enzyme-Wash-Technik entsteht die einzigartige Kleidung. Jedes Kleidungsstück erhält einen individuellen Look, weil das Bleichen und Schleifen von Hand erfolgt. Der chemische Prozess hängt von mehreren Faktoren ab und unterscheidet sich je nach Fall.  


Farbtechnik


Die Farbtechnik für natürliche Stoffe sind im Betrieb und im Alltagsleben sehr ähnlich. Der Unterschied besteht nur in der Automation. Im Betrieb funktionieren die Maschinen, die Zeit und Geld sparen, aber das Ergebnis  ändert sich davon nicht. Zuerst wird der Stoff geblichen und für die Färbung vorbereitet. Dann gelangt der Stoff in die Farbwanne mit einem Farbstoff, wo die Farbe in die Fasern eindringt. Dann wird der Farbstoff auf dem Stoff fixiert. Oft verwendet man dazu eine Salzlösung. Nach der Färbung wird der Stoff gewaschen, um Farbüberschlüsse zu entfernen. Danach wird Leinen getrocknet. Um den Leinenstoff zu erweichen, kann man ihn zu rauhen.

Bei der Kleinserienfertigung werden alle Maßnahmen in geringerem Umfang durchgeführt, was das Ergebnis nicht beeinflusst. Es gibt nur einen technischen Nachteil und zwar nicht gefärbte Nähte.  Aber dieser Nachteil wird zum Highlight.