Leinenschrumpfen und Schrumpfen von anderen Stoffen (Teil 1)

Viele Stoffe werden durch eine interessante Eigenschaft gekennzeichnet. Das Waschen macht sie kleiner. Es geht um das Schrumpfen, das gewissermaßen für alle natürlichen Stoffe gilt. Kann man es irgendwie beeinflussen oder soll man sich damit zufrieden geben und die Textilien eine Größe mehr kaufen, damit sie nach dem Schrumpfen in der Größe passen? 


Warum geht der Stoff nach dem Waschen ein?


Bei dem Nähen spannt man den Stoff ständig. Er wird immer wieder mechanisch eingewirkt. Als Ergebnis erhalten wir einen stark gestreckten Stoff, der nur nach dem Waschen seine Spannung verliert. Die Fasern schrumpfen und kommen in ihren natürlichen Zustand. Diese Situation wird durch hohe Temperatur und Schleudern verursacht. Häufig läuft Leinen beim Waschen ein, weil dieser Stoff zu den besten natürlichen Stoffen gehört und sehr empfindlich ist.


Neigung zum Schrumpfen bei verschiedenen Stoffen. Vergleich. 


Das Schrumpfen gilt für natürliche Stoffe – Leinen, Baumwolle und Wolle. Dabei werden die Baumwollartikel  um eine oder zwei Größen kleiner! Batist schrumpft um bis 10 %, Jacquard, Leinen, Satin, Wolle und Naturseide – um bis 7-7,5 %, Nessel – um bis 6 %, Popeline – um bis 5 %, Viskose – um bis 4% und Drillich – um bis 3,5 %. Man geht davon aus, dass Kunststoffe nicht schrumpfen. In der Tat werden sie auch kleiner. Zum Beispiel schrumpft Perlon um bis 1,5 %. Das ist nicht viel, aber es kommt vor, dass es von Bedeutung ist. Wenn man in einen schrumpfbaren Stoff etwas Kunststoff hinzugefügt hat, schrumpft er weniger. Auf solche Weise entstand Polycotton. Der Stoff ist eine Kombination aus Baumwolle und Polyester. Er schrumpft um 1,5 %. Es ist interessant, dass kleine Elemente wie Taschen, Ärmelabschlüsse, Kragen und Ärmel am stärksten schrumpfen.